Boca de Camarioca (Tag 20 – Tag 21)

Tag 20 – Fahrt nach Boca de Camarioca

Wir brachen um 8:00 Uhr auf und traten die Reise in Richtung Havanna an. Es war früh genug, um zu sehen, wie die ganzen Schülerinnen und Schüler in die Schule gingen. Gestern war wieder Regenfrei. Dabei hatte es nur in der Nacht geregnet. Naja, Hitzefrei haben sie hier in der Regel wohl nicht. Da muss es dann wohl Regenfrei geben.Straßenverhältnisse Kuba

Die Fahrt führte uns durch den Norden unweit der Küste. Hier ist die Natur deutlich tropischer, als wir vorher gesehen haben. Es gab ein paar Hügel, die mit Palmen, Farnen und anderem grünen Gewächs. Zwischendurch immer mal wieder ein Baum der auch gut als Behausung für Familie Robinson dienen könnte. Über den Hügeln liegen schwere Nebelwolken. Das nennt man hier Kaltfront. So richtig heiß war es hier das letzte Mal am Tag 15. Da drückte die Hitze schon sehr. In den Tagen danach war es eigentlich immer bewölkt. Für uns gar nicht so schlecht, weil es uns sonst zu doll wäre. Aber die Kubaner finden das zu kalt. Die laufen in Jacke rum, wir im T-Shirt. So unterschiedlich sind die Empfindungen…

Kubaner unterwegs

Die Straßenverhältnisse müsste ich eigentlich auch mal beschreiben. Da fällt mir aber auch nur ein Vergleich ein: Malta!

Im Gegensatz zu den Routen, die wir vorher gefahren sind, führte unsere heute über das Land. Hier haben wir zum ersten Mal Hausschweine gesehen, also Schweine, die wie Hunde gehalten werden. Schwein ist in Kuba sehr beliebt. Es wird nicht nur das Fleisch gegessen, sondern auch die Haut frittiert und das Fett zum Braten. Aber nicht, weil Schwein eine leckere Köstlichkeit ist, sondern weil es billig und verfügbar ist. Weil wir aber immer vegetarisch bestellen, wird unser Essen immer mit Pflanzenöl gemacht. Haben wir aber erst später erfahren.

Unser Taxifahrer hat uns aber nicht nur übers Land gefahren, sondern auch einen besonders auffälligen Service angeboten. Er machte Pausen auf Wunsch, verpflegte uns mit Keksen fuhr mit uns zu einem See mit Flamingos und hielt sogar extra an, um für uns mit seinem Rambomesser Zuckerrohr von der Plantage zu ernten. Geiler Typ! Aber vielleicht haben wir das auch dem Italiener zu verdanken. Der hat über Stunden hinweg mit dem Fahrer gequatscht und eine richtige Beziehung zu ihm aufgebaut. Manche Leute können das halt…Flamingo Wasser Kuba

Tag 21 – Varadero

Varadero ist die Pilgerstätte für Kuba-Touristen schlechthin. Es ist eine Landzunge, die sich ins Meer legt und einen 20 km langen Strand besitzt. Das wollten wir sehen. Wir wollten aber billiger nächtigen und sind in Boca de Camarioca untergekommen.

Boca de camarioca cubaDas ist ein kleines Nest 10 km weiter in Richtung Havanna. Unsere Gastgeber sind sehr nett. Überhaupt scheinen die Leute netter zu werden je weiter man von den Touristen-Hot-Spots entfernt ist. Wir haben gelernt wie man Domino spielt, wurden reich verköstigt und haben ein Zimmer auf der Dachterrasse mit Blick aufs Wasser. Und das alles für 13€ die Nacht. Die billigste Unterkunft in Kuba, die wir bisher hatten.

Bevor wir nach Varadero sind, haben wir den Einheimischenstrand besucht, der 300 m von unserer Casa entfernt ist. Die Wellen gingen hoch und wir spazierten ein Stück.

Strand boca de camarioca Kuba Dabei kamen wir an einer Militärbasis und einem Ölfördergerät vorbei. Gibt es Öl auf Kuba? Oder was fördern die da? Die Soldaten jedenfalls machen sich nicht tot. Ist schon die zweite Basis an der wir während unseres Urlaubs vorbeikamen. Und überall das gleiche Bild: entspannte Soldaten, die in Zeitlupe die Zeit totschlagen. Meist durch stehen, kochen oder quatschen.

Danach Varadero. Ist langweilig. Der Strand ist tatsächlich lang und breit.

Varadero Strand Kuba WinterWenn man in der Sonne liegen will, ist es ja ganz nett. Aber sonst… alles ist gleich doppelt so teuer und man muss eine Weile suchen, bis man einen ehrlichen Taxifahrer findet. Für die Touristen ist hier alles zurecht gemacht. Tolle Hotels, sauberer Strand, schöne Geschäfte, Läden, Restaurants usw. Aber alles ganz anders als in dem wirklichen Kuba, das wir kennengelernt haben.

Wir sind recht schnell wieder zurück. Dort haben wir erst einmal Mittagsschlaf gemacht und sind dann los zum Wasser kaufen, Internet und ein wenig spazieren. Am Abend dann wieder Domino. Diesmal mit einem Typen, der auf magische Art und Weise wusste, welche Zahlen wir haben. Domino ist cooler als man denkt. Aber wir haben es nicht wirklich durchdrungen. Wir haben recht gut gespielt. Aber warum, wissen wir nicht so richtig. Liegt das Geheimnis in den Unmengen an Rum, die er so in sich hinein kippte oder im Zählen? Man weiß es nicht…

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