Marokko in Zahlen

Hier kommt unser Urlaub in Zahlen.

Wir waren 8 Tage im Dezember in Marokko. Inklusive Flug, Essen, Unterkunft, Trinkgelder und AirBNB haben wir 2 Personen etwa 600 € ausgegeben.

Wir sind 67 km zu Fuß gegangen, etwa 1400 km mit dem Bus gefahren und 5700 km mit dem Flugzeug geflogen. Wir haben mit unserem Urlaub etwa 2500 kg CO2 in die Luft emittiert. (Durchschnittliche CO2-Produktion unseres europäischen Lebensstils inkl. Urlaube: 11,5 t)

Die Sahara hat eine Fläche von 9,2 Mio km². Davon haben wir vielleicht 3000 km² gesehen, etwa 20 km² waren richtige Sandwüste.

In Marrakesch wohnen 929.00 Menschen. Jedes Jahr kommen etwa 2 Mio. Touristen für im Schnitt 1 Woche her. Wir haben zwei Kontaktdaten ausgetauscht.

Die durchschnittliche Temperatur lag hier in der Nacht bei ca. 10°C. tagsüber wurden es maximal 20°C. Das Verhältnis von Sonnenstunden zu Wolkenstunden war 100/0.

Wir haben etwa 500 Bilder geschossen und 300 Videoclips aufgenommen, die zusammen etwa 1 Stunde lang sind. ( 90% der Clips sind nur 5 Sekunden lang.) Wir haben während der Zeit hier das Leben von mindestens 5 Menschen für eine Weile positiv gestaltet und für mindestens 2 Person waren wir ein Herd des Ärgernisses.

Infos über Marokko

Ein paar Worte zu den Gegebenheiten vor Ort.

Sicherheit

Marokko ist sicher! Wenn man damit leben kann, dass Kinder versuchen einem irgendwie Geld abzuluchsen, dann kann man sich hier sicher fühlen. Wir kamen bisher nie in eine gefährliche Situation und die Polizei ist hier überall präsent. Regelmäßige Straßenkontrollen und hartes Durchgreifen haben Marokko zu einem der sichersten in Nordafrika gemacht.

Essen

Das Essen ist einfach. Meistens besteht es aus wenigen Zutaten, die erwärmt werden. Getreide ist immer die Basis. Entweder als Brot, Pfannkuchen, Fladen oder Reis. Dazu gibt es Wurzelgemüse aller Art und Fleisch. Tee und Kaffee sind beliebt. Alkohol gibt es hier nicht, weil der Koran das verbietet. Aber Rauchen ist okay, also wird gekifft.
In den meisten billigen Hotels war das Essen zu den Mahlzeiten rationiert. Wir bekamen also festgelegte Portionen. Die waren meistens okay, aber man durfte nicht viel Hunger haben. Die Portionen in den Restaurants waren ausreichend.

Preise

Normalerweise ist Marokko günstig. 1L Benzin etwa 0,9€, 1kg Mandarinen etwa 0,3€, ein gutes Abendessen etwa 2,50€p.P., unser Ausflug in die Wüste mit Hotel, Essen, Bus usw. etwa 70€p.P.

Kleidung

Marokko ist muslimisch und damit gehört auch das Kopftuch auf den Kopf der Frau. Vollverschleierung ist allerdings ebenso selten/häufig wie Frauen ohne Kopftuch. Es ist nicht oft, aber man sieht es durchaus hier und da.

Was viel auffälliger ist, sind die Berber-Mäntel. Das sind Überwurfmäntel für Männer mit Kapuze, die bis zu den Füßen gehen. Die halten warm. Die Kapuzen sind absichtlich Zipfelmützen. Das sieht schon irgendwie drollig aus.

Autos

Die meisten Fahrzeuge sehen so aus, als hätte sie der osteuropäische Import/Export hier her gebracht. Aber es gibt auch allerhand neue Autos von teuren Marken. Vermutlich ist das hier noch deutlich mehr Statussymbol als bei uns.

Architektur

Die Häuser sind meist schmal, mindestens zwei Stockwerke hoch und eng aneinander gebaut. Der Sinn ist, die Außenflächen klein zu halten. Das macht die Häuser im Sommer kühl, bzw. zu dieser Jahreszeit kalt. Aber sich zu wärmen ist leichter als sich abzukühlen.

BVB

Dass die Erste Bundesliga in der ganzen Welt bekannt ist, haben wir ja schon auf anderen Reisen gemerkt. Aber erst nach und nach entdecken wir, dass Dortmund die weltweit mit Abstand beliebteste Mannschaft ist. Diesmal fragten wir aber, warum nicht Bayern. Bayern ist nur für die Championsleague interessant, sagte man uns. Aber wenn es um die Bundesliga geht, trägt die Welt gelbe Trikots.

Reisetagebuch Marokko 2018

Tag 1 – Flug nach Marokko

Marrakesh liegt zwar weit im Westen, aber nicht in einer anderen Zeitzone. Urlaub ohne Jetlag ist auch mal nicht schlecht. Der Flug lief gut und Marokko hat einen Haufen netter Leute. Die Unterkunft ist gut, das Essen okay und die Sonne kann ganz schön brennen im Gesicht, auch wenn es nicht nicht heiß ist. Dezember in Marokko ist ein bisschen wie Frühling.

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Unser Zielort Marrakesch ist ein einziges großes Gewimmel. Zum Glück bin ich das mittlerweile schon etwas gewohnt. Aber es will etwas heißen, dass selbst Doreen zwischenzeitlich überfordert war.

Die meiste Zeit haben wir heute mit der Reise verbracht. Nach den fast 5 Stunden Flug noch einmal zwei Stunden Bus für 6 km. Die Busfahrten selbst waren gar nicht so lang. Aber wir mussten recht lange warten. Gut zu wissen; wir werden die Fahrt zum Flughafen wohl besser mit dem Taxi machen.

Dann haben wir etwas entspannt und sind dann noch einmal los, um Marrakesch zu erkunden.

Allerdings ist uns nach Sonnenuntergang auf dem Rückweg dann doch etwas Dummes passiert: Wir standen an einer Kreuzung und sahen wohl verloren aus. Da kam ein freundlicher junger Mann und sagte, dass diesen Weg nur Muslime gehen dürfen. Er würde uns schnell einen Weg rausführen. Er versicherte uns ehrlich zu sein und führte uns auch. Allerdings kam uns der Weg doch etwas seltsam vor… Dann stoppte er im Irgendwo und wollte Geld. Hatten wir nicht. Er wollte mit uns zur Bank. Nein! Er wurde aufdringlich und wir gingen eine Diskussion ein, die sich bestimmt drei oder viel Mal im Kreis drehte, sodass auch andere Marokkaner sich einmischten. “Gib mir Geld!” – “Wir haben ein paar Groschen.” – “Das ist für Kinder. Gib mir einen Schein!” – “Haben wir aber nicht!” – “Dann gehen wir zur Bank.” – “Die will auch Geld!” – “Jeder Guide bekommt Geld!” – “Wir haben ein paar Groschen.” – Das ist für Kinder…” usw. Die Situation in der Seitengasse, umringt von mehr oder weniger aufdringlichen Marokkanern, wurde schnell unangenehm. Dann fasste Doreen sich ein Herz und rettete uns aus dieser Situation, indem sie laut „Hilfe“ schrie. Erst wollten die Marokkaner sie beruhigen. Aber als Doreen nicht mehr aufhörte, hauten sie schnell ab. Und wir auch.

Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass wir ganz woanders waren, als er uns erzählt hat. Er hat uns einfach nur ein paar Straßen kreuz und quer gebracht, aber nirgendwo hin.

In unserer Unterkunft klärte uns der Gastgeber auf, dass das hier eine gängige Masche sei. Es gibt zwar ein paar Ecken, in die man als Tourist besser nicht geht (wie die in der wir waren), aber es gibt keinen Ort, den wir als Touristen per se nicht betreten dürfen. Und rückblickend müssen wir auch sagen, dass wir zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr waren. Allerhöchstens in der Gefahr über den Tisch gezogen zu werden. Naja… eine Erfahrung reicher…

So geht nun ein aufregender Tag zu Ende. Morgen versuchen wir es noch einmal. Aber vielleicht nehmen wir einen anderen Weg…

Tag 2 – Marrakesch

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Heute sind wir zwar schon um 7 Uhr aufgewacht, aber erst gegen 8:30 Uhr aus dem Zimmer gekrochen, weil es vorher noch duster war. Wir konnten fast noch der Sonne beim Aufgehen zugucken.

Den Tag haben wir mit einem marokkanischen Frühstück begonnen, wie man es Touristen vorsetzt. Es gab so etwas wie Pfannkuchen und einen Puffer aus Couscous (So vermuten wir, ohne es tatsächlich zu wissen). Dazu Saft und ein warmes Getränk. Das war auch bitter nötig, denn in der Nacht war es ganz schön kalt und warm wurde es erst gegen 11 Uhr.

Wir waren den ganzen Tag auf den Beinen und sind einmal quer durch Marrakesch gelaufen. Einen halben Kilometer weiter und wir wären am Flughafen gewesen. Wir haben etwa 17 km Strecke gemacht und sind dabei in einigen Parks gewesen und haben ein paar Straßen besucht, in denen normale Leute ihrem normalen Handwerk nachgegangen sind. Auf der Straße und in kleinen Lädchen, die eher Nischen sind, findet man Moped-Händler, Schreiner, Lebensmittelläden, Kioske, Cafés und alles was das Herz begehrt. Aber eben alles sehr klein.

Man hat dann erst gegen Abend versucht uns wieder zu verarschen. Die Masche war die gleiche wie gestern. Das scheint unserer Beobachtung nach hauptsächlich von Schülern gemacht zu werden.

Die Stadt hat auch sehr schöne und edle Bereiche, ähnelt vom Lebensstandard aber ansonsten dem in Kuba.

Spannend fand ich, dass die meisten Geschäfte, sogar Lebensmittelläden sehr schmutzig sind. Aber sobald es um Medizin geht, ist alles wie geleckt. Apotheken, Optiker, Krankenhäuser usw. alles sehr, sehr sauber.

Die Straßen sind eng und werden besonders von den Mofas schnell und achtlos befahren. Die ballern durch die Gegend als gäbe es kein Morgen. Heute ist passiert, was ich schon die ganze Zeit erwartet habe: ein Unfall. Ein Auto ist nicht um eine (wirklich enge) Ecke gekommen und hat sich eine ansehnliche Spur in die Beifahrertür gemeißelt. War die erste Schramme, aber wohl nicht die letzte…

Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder zurück in unserem Domizil angekommen und haben uns gegen 19 Uhr ein ordentliches, typisch marokkanisches Abendessen gegönnt, wie man es Touristen vorsetzt. Es gab Huhn mit Pommes. Das klingt jetzt nicht sehr außergewöhnlich. Aber googelt mal „Tajin“. Dann wird der Unterschied deutlich.

Dazu gab es Tee bestehend aus Zucker mit etwas Wasser, Schwarzem Tee und Minze. Das wärmt gut durch, denn es ist abends echt kalt geworden.

Morgen um 7 Uhr geht es dahin, weswegen wir hier sind: in die Wüste!

Tag 3 – Weg zur Wüste

Auf in die Wüste! Es war noch dunkel, als wir los sind, weil die Sonne erst gegen 8 Uhr aufgeht.

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Als wir den Bus betraten, traf uns der Schlag! Wir waren mit 15 Personen in einem Bus für 15 Personen. Der Bus hatte weder Beulen noch Kratzer, die Sitze waren nigelnagelneu und sogar die Klimaanlage lief einwandfrei. Das konnte nur eins bedeuten: staatlich organisierter Plantourismus. Von wegen Abenteuerurlaub!

Unsere letzten Hoffnungen darauf, dass wir nicht vielleicht doch im medizinischen sauberen Bus eines illegalen Organhandelsrings gelandet sind, lösten sich mit jedem Pausen-Stopp mehr auf. Natürlich hielten wir an Gaststätten, Läden und Besichtigungstouren, die alle nicht inklusive waren. So wie alle Touristen, die wir dort antrafen. Ein bisschen versöhnte uns die Straße. Das Atlasgebirge mit den Schnee bedeckten Gipfeln ist von Marrakesch aus gut zu sehen. Wir nahmen zwar einen nicht ganz so hohen Pass von nur 2500 Höhenmetern, aber die Straße war abenteuerlich genug. Sie führte uns am Ende doch wieder auf eine asphaltierte Straße. Aber zwischenzeitlich befuhren wir Baustellen am Abhang, kleine Bergpfade und  enge Serpentinen ohne jede Fahrbahnabsicherung.

Die Wüste liegt hinter dem Atlas. Die feuchte Luft regnet sich dort ab und dahinter ist es trocken. Nicht unbedingt warm, aber trocken.

Die Straße führt natürlich entlang der alten Routen an den ganzen Oasen vorbei. Daher war es oft grün und sah viel weniger wüst aus, als wir uns vorgestellt hatten. Aber sobald wir etwas weiter ins Land sehen konnten, breitete sich vor uns die Trockenheit der Sahara aus. Dazu kamen eine ganze Menge toller Szenerien: Bizarre Berge, die marokkanischen Filmstudios und einen Sonnen-Kollektor-Turm, der weithin wie ein Leuchtturm strahlte.

Unser Sitzfleisch ist nach 11 Stunden Busfahrt gerade mal 300 km breiter. Aber man muss auch erst einmal in die Wüste kommen.

Das Hotel ist okay, aber leider ist das Essen rationiert. Nun gut. wir werden es schaffen! Morgen reiten wir auf Kamelen in das wie man sich eine richtige Wüste vorstellt!

Tag 4 – Sahara

Na also! Mit der richtigen Gruppe kann man auch Abenteuer erleben.

Der Tag fing ganz unspektakulär an. Am Vormittag haben wir einen Stopp bei einem Berberdorf gemacht. Wir wurden in ein Haus gebracht, in dem man uns Teppiche präsentierte. Keine große Überraschung. Dann ging es weiter.

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Bei einem Stopp zum Mittagessen wurde es dann spannend. Natürlich hielten wir an einem Restaurant, das für Touristen gemacht ist. Das billigste, ein Omelette war uns allen mit 9 € zu teuer. Nach etwa 15 Minuten Suche mussten wir feststellen, dass dies weit und breit die einzige Möglichkeit war etwas zu essen. Manche kamen auf die Idee den Fahrer zu bitten uns woanders hinzufahren. Mir war das zu peinlich und ich glaubte nicht daran, dass er das tatsächlich machen würde. Also wollte ich auf einen Hügel klettern und die Aussicht genießen. Nach etwa 10 Minuten rief Doreen mir aus der Ferne zu, dass es losginge.

Ich kam in den Bus und fand folgendes vor:

Der Busfahrer war gerade beim Essen gewesen, als er gefragt wurde. Und einer aus unserer Gruppe hielt es für eine gute Idee ihm „jalla jalla“ zuzurufen. Das ist übersetzt etwa „Lass uns los! Lass uns los!“. Aber es ist nicht nett, sondern man sagt das zu Tieren oder niederen Angestellten. Da war er pissig! Und er war richtig pissig! Natürlich regte er sich lautstark darüber auf. Ist ja auch verständlich, wenn man beim Essen unterbrochen und dann auch noch angemotzt wird. Dann mischten sich die fünf Polen aus unserer Gruppe ein und es entbrannte ein ausgewachsener Streit. Huiiiii! Das war nicht feierlich! Am Ende sind wir etwa eine Stunde weiter in eine kleine Wüstenstadt gefahren. Dort haben wir so günstig eingekauft, wie noch nirgends. Aber wir haben auch eine aus unserer Gruppe verloren und sind beinahe Opfer einer kleinen Halbstarken-Gang geworden. Mehr als neugierig geguckt und plump versucht uns abzuziehen haben sie aber nicht. Gefahr bestand auch hier nie. Die verlorene Mitreisende tauchte dann auch wieder auf. Etwas zugekifft, aber glücklich. Abseits des normalen Touristenplans kann man eben doch noch Abenteuer erleben.

Die Wüste ist klasse! Mit der Zeit wurde aus dem Strauchland eine Einöde und später richtig Wüste mit Sand, Erdlöchern und Gesteinen in allen Farben: hauptsächlich rot, aber auch gelb und schwarz.

Ich habe sogar einen kleinen Wüstenteufel gesehen (Windhose, die den Sand der Wüste, wie eine Säule aufwirbelt.) Die Wüste ist faszinierend!

Wir fuhren zur letzten Oase, die wir erreichen konnten. Es war bizarr! Auf der einen Seite der Straße eine steinerne Einöde, die aussieht, als hätte jemand einen Teerteppich über eine Mondlandschaft gekippt. Auf der anderen Seite alles so, wie man sich Sahara vorstellt. Gelber Strandsand zu turmhohen Dünen aufgeschüttet. Dazwischen eine Oase aus grünen Büschen. Hier bestiegen wir die Kamele und sind etwa 90 min (oder 5 km) in die Wüste hinein getrottet.

Dort fanden wir dann ein paar Zelte. Die Nacht werden wir auf Matten verbringen und uns mit Wolldecken zudecken. Keine Kissen, kein Klo, nur Wüste und blubbernde Kamele.

Das Abendessen hier im Camp war gut und deutlich mehr als im Hotel. Abends haben wir noch am Lagerfeuer gesessen und Musik gemacht. Wir haben arabische, chinesische, polnische und deutsche Lieder gesungen. Fast jede Nationalität unserer Gruppe hat etwas beigetragen.

Ich fürchte nur, die Nacht wird richtig kalt!

Tag 5 – Rückfahrt

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Ja, es war kalt! Aber es ging. Eingekuschelt in die Decken haben wir es bis 4:30 Uhr ausgehalten und sind dann aufgestanden, um die Sterne zu sehen. Der Mond schien am Abend so hell, dass man nicht viel sehen konnte. Leider ging der Mond erst 5 Uhr unter und die Sonne machte es schon um 7 Uhr hell. Wir hatten also etwa 1 Stunde freie Sicht auf das immense Firmament. So viel Dunkelheit findet man in Europa nur schwer. Ein Traum für Sternegucker!

Um eine bessere Sicht zu haben, sind wir noch einmal auf eine Düne geklettert. Die muss etwa 100m hoch gewesen sein und der Aufstieg war echt eine Plackerei. Wir haben dafür etwa eine Stunde gebraucht. Auf dem Gipfel konnte man von der Wüste aber nicht viel erkennen. Es war schlicht dunkel. Nur die Sterne funkelten.

Um etwa 6:30 Uhr bestiegen wir die Kamele (es war immer noch dunkel) und ritten zurück zur Oase. Unterwegs machten wir gegen 8 Uhr halt, um den Sonnenaufgang zu sehen. Das hat sich auch gelohnt!

Hier gab es wieder ein bisschen Abenteuer. Einer der Touristen wollte sich selbstständig auf ein Kamel setzen. Das stand währenddessen einfach auf, sodass er herunterplumpste. Als ein anderer lachte, fing dessen Kamel an sich komplett zu entleeren und wedelte derart mit dem Schwanz, dass sein Rücken komplett schmutzig wurde.

Das Frühstück war wirklich sehr rationiert. Aber so großen Hunger hatten wir auch nicht.

Um 9 Uhr ging es wieder mit dem Bus auf den Rückweg. Die Landschaft veränderte sich von Sandwüste in Einöde, dann Steppe, Gebirge und schließlich die Prärie, um Marrakesch herum.

Insgesamt waren wir heute 12 Stunden im Bus unterwegs. Davor 2 Stunden auf dem Kamel. Jetzt geht es ins Bett. Der nächste Ausflug wartet schon auf uns.

Tag 6 – Wasserfälle

Es war ein dankbarer Start in den Tag. Wir standen gegen 7 Uhr auf, um dann etwa 8 Uhr abgeholt zu werden. Unser Ziel waren die Ouzud-Wasserfälle.

Der Weg dahin führte uns westlich am Atlas entlang nach Norden. Die Gegend war die gewohnte Prärie um Marrakesch herum. Doch gefühlt bei einem Blinzeln änderte sich das schlagartig! Da waren links und rechts neben uns weite, saftige Wiesen und grüne Hügel mit Hainen und Plantagen. Doreen meinte schon, es wäre wie in Harz; ich dachte an das Auenland. Das hatten wir nun wirklich nicht erwartet!

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Wir fuhren etwa eine Stunde durch diese Gegend und bogen dann ins Gebirge ein. Hier wirkte es eher wie Kuba oder die Türkei: Felsig aber relativ grün.

Die Wasserfälle sind sehr schön! Man kann etliche Wege wandern und überall gibt es Pfade zu Ständen, Essensläden und Panoramapunkten. Wir hatten etwas Mühe den richtigen Weg zu finden und gelangten dann an einen wunderschönen, menschenleeren Winkel. Erfrischung für die Seele!

Auf dem Rückweg haben wir uns mehrere Male verlaufen. Dem GPS sei dank, haben wir den richtigen Weg aber doch noch gefunden und waren pünktlich am Bus.

Pünktlich waren wir eigentlich alle, außer drei Frauen aus unserer Gruppe. Die haben sich in dem Labyrinth aus Wegen wohl tatsächlich verlaufen. Wir warteten 1 Stunde und dann sind sie plötzlich aufgetaucht. Die dachten wohl, es würde um 16 Uhr losgehen. Nein, dachten sie nicht! Warum auch immer eskalierte ein Streit mit dem Busfahrer und eine der Frauen belehrte uns, dass sie am Vortag bis 16 Uhr gebucht hätten. Also sind sie erst 4 Uhr gekommen und baten uns um Respekt. Wenn wir nicht länger bleiben wollte, wäre das allein unser Problem. Oha! Wie hat Doreen das genannt? „Sie haben einen Arsch in der Hose!“ Diese Meinung ändert sich aber schnell…

Die Frau war seit dem Streit mit dem Busfahrer ordentlich angepisst. Dazu kam, dass wir auf ihrem Sitz saßen. Ein anderer Mitreisender wurde seekrank und übergab sich bei der Hinfahrt. Er wollte also vorne sitzen. Also wurden die Sitzplätze durchgetauscht und wir nahmen uns zwei Plätze auf denen vorher die drei Frauen saßen. Die böse Frau fand das aber nicht gut und hat Doreen die ganze Zeit in die Seite gestoßen. Doreen fragte irgendwann, warum sie so böse ist. Da wurde sie dann richtig aggressiv! Eine so bösartig aggressive Frau haben wir noch nie erlebt! Die hat richtig mit der Faust ausgeholt, um Doreen zu schlagen. Nur mein dazwischen gehen und das beherzte Eingreifen einiger Mitreisender haben das verhindert.

Das hat natürlich die Stimmung ordentlich gedrückt. Bei dem Handgemenge wurde Doreen auch am Finger verletzt. Nichts schlimmes, aber es war trotzdem ein Schock. So eine aggressive Person haben wir tatsächlich noch nie erlebt!

Den Abend haben wir uns dann Ruhe gegönnt, ein bisschen mit den anderen Deutschen und dem Gastgeber gesprochen und sind nach einem leckeren Abendessen bald ins Bett.

Tag 7 – Entspannen

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Heute war Entspannen dran. Wir begannen den Tag mit Frühstück um 9 Uhr, lasen und unterhielten uns etwas auf der Dachterrasse unseres Hauses. Dort konnte man die Sonne genießen und hatte eine schöne Aussicht über Marrakesch.

Ab etwa 14 Uhr haben wir für vier Stunden Karten gespielt. Natürlich hat Doreen mal wieder gewonnen und sogar unser Gastgeber, dem wir Rommé erst beibringen mussten, war besser als ich. Pfff!

Nach dem Abendessen und einem kleinen Spaziergang um den Block haben wir den Abendhimmel genossen.

Das war unser letzter Tag.

Wer sich für Kosten, Temperaturen usw. interessiert, kann auch einen Blick in unseren kleinen Zahlen-Bericht werfen.