Havanna, Teil 1 (Tag 2 – Tag 5)

Tag 2 – Ankunft in Havanna

Das Abenteuer beginnt! Angekommen in Havanna passierte uns genau das, wovor man beim Fliegen die größte Angst hat: das Gepäck ist nicht da. Wir sahen Deutsche deren Gepäck aufgerissen (der Stoff, nicht der Reißverschluss), zerstampft und dann in Folie eingewickelt war. Was war dann erst mit unserem geschehen? Wir warteten tapfer und mussten dann zusehen, wie die Urlauber, die nach uns kamen, vor uns gingen.

Wir gingen also zum Lost & Found Büro. Dort trieb man es auf. Es war lange vor uns angekommen. Ist also auch mal möglich.

Dann erst einmal Kubanische Taler aus dem Automaten gezogen, Internet gekauft und ins Taxi zur ersten Unterkunft gestiegen. Lief alles wunderbar. Im Auto gab es keine Sicherheitsgurte und der Fahrer ist kräftig über die Straßen geheizt. Aber Taxifahrer bauen ja die wenigsten Unfälle, sagt man.

Insgesamt ist Kuba wie eine in die Jahre gekommene DDR, im Süden, auf Spanisch. Wir haben hier schon Ladas und eine MZ gesehen. Unser Taxi war aber ein modernes.

Unser Tagesablauf belief sich dann auf Ankommen, Unterkunft suchen und Nahrungsbeschaffung. So machen es die Menschen seit Jahrtausenden. Nur in einer in die Jahre gekommenen DDR, im Süden, auf Spanisch.

Temperaturunterschied zwischen Toronto und Havanna: 40 Grad.

Tag 3 – ein neues Zuhause

Wir mussten unser Zimmer verlassen, weil neu gebucht war. Also sind wir umgezogen und bleiben hier für die nächsten drei Tage.

Doreen schien gestern noch etwas überfordert. Sie ist ja nun meine Reiseleitung. Aber das Spanisch hier ist sehr genuschelt, sodass Doreen die Leute hier nur schlecht versteht.

Aber trotzdem hat sie prompt Freundschaften geschlossen. Unseren neuen Gastgeber hat sie vier Stunden lang bezirzt mit Gequatsche und Dominospielen. Und auf der Straße haben wir eine Mutti wieder getroffen, die Doreen gestern schon beim Pizza bestellen geholfen hat. Wir deckten sie erst einmal mit Parfüm und Shampoo-Proben ein. Die Leute freuen sich darüber. Und dann lud uns die Mutti zu ihrer Neujahrsfeier ein: Bier trinken im Hotel. Oder war es eine Bar? Die Straße haben wir vermutlich gefunden, aber das vermeintliche Hotel nicht.

Doreen ist hier jedenfalls voll in ihrem Element: Neue Leute, Abenteuer usw.

Tag 4 – Strand und Leute

Heute sind wir erst spät wach geworden. Die Nacht war anstrengend. Die Kubaner böllern zwar nicht, weil sie sich die Feuerwerkskörper nicht leisten können. Aber sie machen sich Spaß durch laute Musik, Tanzen und Touristen vom Balkon aus mit Wassereimern überschütten. Letzteres wissen wir von einem Schweizer, den wir auf dem Weg zum Strand gefunden haben. Er fand das aber nicht so lustig. Die Kubaner wohl schon. Wir haben von alledem nichts gemerkt, weil wir mit Ohropax geschlafen haben. Nur das Wummern des Basses von der Straße und die flimmernde Festbeleuchtung haben uns daran erinnert, dass ja eigentlich Silvester war.

Heute sind wir zum Strand mit dem einheimischen Bus gefahren. Das hat uns hin und zurück umgerechnet ca. 26 ct gekostet. Für uns beide zusammen…

Das Frühstück hingegen kostete für uns beide etwa 10 Euro. Essen ist hier wohl teurer als Busfahren. Dafür war das Essen aber sehr gut. Also eigentlich nichts Besonderes, aber gut! Es gab Obst, Smoothie, Rührei mit Tomaten, frittierte herzhafte Bananen, Schokobrötchen, getoastetes Weißbrot und kubanischen Kaffee. Wir waren pappsatt! „Ich weiß!“ sagte unser Gastgeber grinsend dazu.

Zurück zum Strand: Der ist ja mal geil!! Glasklares, türkises Wasser, Palmen, weicher Sand und zwischen all den Einheimischen zwei käseweiße Touristen aus Deutschland. Wir wollten uns verziehen, bevor wir krebsrot sind. Hat nur zum Teil geklappt. Den Abend sind wir noch einmal los auf Internetsuche. Dabei zog ein Sturm auf im doppelten Sinne. Zum einen wetterte es ganz schön. Und bei Samuel klappte das WiFi nicht, was ihn ziemlich frustriert hat. Am Ende waren wenigstens ein paar Nachrichten verschickt. Also kein schlechter Schnitt. Aber gut war seine Laune nicht. Dennoch genossen wir die großen Brecher an der Mole, die der Sturm an die Küste peitschte. Herrlich dieses Wetter bei der Wärme.

Tag 5 – letzter Tag in Havanna

Wieder ein sehr leckeres Frühstück! Kürbissuppe, frisches Obst, Smoothie und Kaffee gab es heute auch. Neu waren das „Rastatouille“, Kekse und die Brötchen. Den Vormittag haben wir hauptsächlich damit verbracht mit unserem Gastgeber Domino zu spielen. Das ist hier Volksspiel wie bei uns Skat. Und man denkt ja bei diesem Spiel, dass es Glück ist. Man kann schließlich nur an zwei Seiten anlegen und man hat die passenden Steine oder eben nicht. Aber denkste! Der Typ zockt uns jedes Mal ab. Aber immerhin hat er uns nicht „Pollo“ gespielt. Das bedeutet „Hühnchen“ und so nennt man denjenigen, der am Ende null Punkte hat.

Zur Mittagszeit waren wir schlauer als gestern. Gestern und heute sind Nationalfeiertage. Viva la revolucion! Deswegen sind die Geschäfte nicht den ganzen Tag auf. Wir sind also kurz vor Ladenschluss noch einmal los, um uns mit Essen einzudecken. Das Obst hat unser Gastgeber für uns gekauft. Damit kamen wir günstiger: 5 Brötchen, 1 Pack Marmelade (gibt es in Plastikpacken, nicht im Glas), 4 Erdnussriegel, 1 Papaya, 5 Bananen für ca. 3€. Verglichen mit Deutschland ein Klacks. Aber verglichen mit einer Busfahrt hier…

Unseren Gastgeber haben wir schon ins Herz geschlossen und abgemacht, dass wir das Ende unserer Reise wieder hier verbringen. Er bekommt für seinen Service auch ein sattes Trinkgeld. Der Typ lässt uns echt dazugehören.

Heute ist leider Familie von ihm gekommen und wir waren abgeschrieben. Aber wir sind auch Viele Grüße zwei verrückte Pollos! Trinken keinen Rum, essen kein Fleisch, sabbeln den ganzen Tag und wollen unbedingt im Domino abgezockt werden. Da braucht man mal Pause. Doch wir kommen wieder! Dann wird die Familie auch noch da sein, aber er hat dann schon Trinkgeld bekommen. Vielleicht ist seine Liebe ja käuflich.

Am Nachmittag sind wir in die Altstadt von Havanna. Dort sieht die Stadt ganz anders aus. Alles ist hergemacht, Souvenirläden überall und Touristenströme schieben sich da durch. Es ist sauberer, wenn auch nicht leiser. Die Häuser sind restauriert, wirken aber seltsam steril. Irgendwie gefällt uns unser Zuhause hier besser. Die Leute sind hier natürlicher.

Das Wetter war heute recht kühl. Zeitweise haben wir in unseren T-Shirts kalte Arme bekommen. Aber so war das Licht für unsere Fotos besser.

Am Abend entschieden wir uns für Schlafen. Wir schlafen nachts nicht so gut. Und morgen wird eine anstrengende Reise.

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